Erfolgsgeschichten · Interview
Als Paar gemeinsam zu Freelancern | Nie Mehr Zurück Akademie Erfahrungen & Interview
- 28.07.2026
- 55 Min
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Worum es in diesem Interview geht
Peggy und Mircos ehrliche Erfahrungen mit der Nie Mehr Zurück Akademie: als Paar gemeinsam aus der Anstellung zu ortsunabhängigen Freelancern im Camper. In diesem Erfolgsinterview teilen Peggy und Mirco ihre echten Erfahrungen mit der Nie Mehr Zurück Akademie von Sophie und Tobias. Mehr Infos auf unserer offiziellen Website: www.nie-mehr-zurueck.com „Wir hätten es schon vor 20 Jahren machen sollen." Mirco hat 20 Jahre bei UPS gearbeitet, jeden Tag von 8 bis 8. Peggy hatte einen Angestelltenjob und hat nebenbei Haushalt, zwei Hunde und die komplette Organisation gestemmt. Als Paar blieben ihnen nur die Wochenenden... Drei Dinge brachten in ihrem Leben die Wende: 2021 starb Peggys beste Freundin mit 42 an Krebs, dann kam Corona, und die Arbeitssituation wurde unhaltbar. Mirco kündigte seinen sicheren Job und im September fuhren sie mit dem Wohnmobil los. Schon nach drei Monaten war klar: nie mehr zurück. Auf die Akademie sind sie über andere Vanlifer an einem Strand in Griechenland gestoßen. Die Skepsis war groß, zuerst dachten sie an ein Schneeballsystem. Nach dem persönlichen Erstgespräch hat einfach alles gepasst. Ihre größte Angst davor: „Wir können uns nicht verkaufen." Zum Glück war diese Angst unbegründet und sie haben riesige Erfolge zu verzeichnen: ✅ Mirco ist als Videocutter gestartet und arbeitet heute in einer langfristigen Zusammenarbeit mit seinem Kunden, auf Augenhöhe ✅ Peggy hat ihre erste Kundin schon in Woche 5 der Akademie für sich gewonnen, über die eigene Hundetrainerin mit einem Logo-Design ✅ Peggy ist in die Website-Optimierung, SEO und Geo reingewachsen und verkauft heute ihre monatlichen SEO-Retainer ✅ Mirco hat den Gründungszuschuss bewilligt bekommen, 300 Euro monatlich on top, gemeinsam mit uns als Akademie beantragt und dabei künstliche Intelligenz zur Hilfe genommen ✅ Beide arbeiten heute ortsunabhängig im Camper mit ihren zwei Hunden, aktuell in Nordschweden, den Winter über 100 Tage in Griechenland ✅ Ihr nächstes gemeinsames Projekt: Automatisierung für Bau und Handwerk Das Besondere an Peggy und Mircos Story: Sie sind als Paar gemeinsam gestartet, ziehen an einem Strang und haben dasselbe Ziel. Peggy hat lange gebraucht, um sich zwischen ihren vielen Interessen für eine Dienstleistung zu entscheiden, und sich mitten im Kurs noch einmal umentschieden. Genau diese Freiheit, die Dienstleistung im Tun zu finden und zu wechseln, macht das Freelancing für die beiden aus. Peggy und Mircos wichtigste Erkenntnis: „Einfach machen. Es kann nur besser werden, schlimmer geht es nicht." Wenn du dich als Angestellter von Wochenende zu Wochenende hangelst und weißt, dass da draußen mehr für dich möglich ist, dann ist dieses Video genau für dich. Möchtest du auch ortsunabhängig als Freelancer arbeiten? Dann starte hier mit unserer kostenlosen Freetour: 👉 https://freetour.nie-mehr-zurueck.com/ In der Freetour zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du dir ein ortsunabhängiges Leben als Freelancer aufbaust, auch ohne Vorkenntnisse oder Expertenstatus. Über die Nie Mehr Zurück Akademie: Wir sind Sophie und Tobias, digitale Nomaden und Gründer der Nie Mehr Zurück Akademie. In unserem 16-Wochen-Programm begleiten wir angestellte Arbeitnehmer dabei, ortsunabhängige Freelancer zu werden, ohne leere Versprechen von passivem Geld. #NieMehrZurückAkademie #Freelancer #ortsunabhängigarbeiten #digitaleNomaden #Erfolgsinterview #Erfahrungen #Vanlife #Videoschnitt #Webdesign #SEO #Gründungszuschuss
Zum Nachlesen
Transkript des Interviews
Hallo liebe Peggy, hallo lieber Mirco. Wir freuen uns riesig, dass ihr euch heute die Zeit für das Erfolgsinterview genommen habt. Vorab gleich die Frage: Von wo aus nehmt ihr gerade teil? Wo seid ihr gerade unterwegs?
Wir sind gerade in Nordschweden, in der Nähe von Kiruna.
Oh, cool! Mega geil. Das ist ja auch immer der Vorteil als Freelancer, dass man einfach von überall aus Online-Meetings halten oder daran teilnehmen kann.
In Schweden waren wir bisher noch nicht. Für uns ist es aktuell noch ein bisschen zu kalt, weil man, wenn man die ganze Zeit in tropischen Gegenden unterwegs ist, irgendwann resistent gegen Wärme wird und dann schon bei 25 Grad friert.
Genau, richtig. Wir haben ein paar spannende Fragen mitgebracht, weil wir eure Konstellation besonders spannend finden: Ihr seid gemeinsam als Paar gestartet und habt gesagt, wir haben ein gemeinsames Ziel, wir wollen ortsunabhängig arbeiten. Ich bin mir sicher, das bringt viele Vorteile, wenn man das mit dem Partner zusammen macht, aber wahrscheinlich auch andere Herausforderungen, die man dann gemeinsam bewältigen muss. Das ist ein spannender Punkt, den wir heute im Interview mit aufgreifen wollen.
Vorab noch eine Frage: Als ihr zu uns gestoßen seid, wart ihr ja schon gar nicht mehr in Deutschland, sondern schon mit eurem Wohnmobil unterwegs. Das finde ich immer besonders spannend, und auch unsere Teilnehmer und Zuschauer interessiert das immer sehr: Wie sah euer Leben aus, bevor ihr mit dem Wohnmobil unterwegs wart, und wie kam es zu der Entscheidung, gemeinsam auf Reisen zu gehen?
Wir waren seit 2020 praktisch mit dem Camper unterwegs, Ferien, Urlaub und so weiter, wie man es kennt. Aber richtiger Urlaub war das nicht, das waren immer nur maximal zwei, drei Wochen, und das war einfach viel zu kurz. Das Problem war, dass Mirco bei UPS gearbeitet hat, von morgens acht bis abends acht. Da blieben uns nur die Wochenenden und der Urlaub.
Da hattet ihr als Paar ja auch gar nicht viel gemeinsame Zeit, oder? Wenn man von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends arbeitet, was bleibt dann wirklich noch?
Genau, da bleiben wirklich nur die Wochenenden. Ich hatte damals einen Teilzeitjob und habe mich um Haus, Hund und die ganze Organisation mit den Behörden gekümmert, weil Mirco eben von acht bis acht unterwegs war.
Bei uns waren es dann, glaube ich, drei Auslöser, die dazu geführt haben, dass wir etwas ändern mussten. 2021 ist meine beste Freundin mit 42 Jahren an Krebs gestorben. Sie ist immer viel gereist und hat schon immer gesagt: Man weiß nie, wann es zu Ende ist. Guckt euch die Welt an, bleibt nicht sesshaft, steckt euer Geld nicht in ein Haus, sondern reist und genießt euer Leben.
Dann kam Corona und hat das Ganze noch mal verstärkt, wir hatten schon länger das Gefühl, wir sollten etwas ändern. Und dann kam noch die Arbeitssituation dazu.
Genau, immer von morgens acht bis abends acht gearbeitet, und dann hangelt man sich wirklich nur noch von Wochenende zu Wochenende. Irgendwann denkt man: Das kann doch nicht sein. Alles, was man geplant hatte, musste man auf die Wochenenden schieben, weil es anders gar nicht ging. Selbst mal zum Arzt zu gehen, hat nicht funktioniert.
Das ist ja auch das Problem: Man lebt dann eigentlich gar nicht mehr richtig, sondern überlebt nur noch und ist froh, wenn man am Wochenende ein, zwei Tage frei hat. Aber schon am Sonntag hat man dieses Gefühl, dass am Montag alles wieder losgeht. Als Paar sieht man sich dann auch nur noch abends, und alles, was man gerne mag, die Hobbys, das Reisen, muss man immer drumherum planen. Und dann kam irgendwann der Punkt, an dem ihr gesagt habt: Schluss, aus, Ende, wir gehen jetzt auf Reisen. Hattet ihr in dem Moment auch Angst, oder habt ihr einfach gesagt: Nee, das wird jetzt richtig gut, wir gehen einfach, das wird schon funktionieren? Wie war das bei euch?
Ich habe irgendwann gesagt, es geht nicht mehr so weiter, und habe gekündigt. Dann haben wir beschlossen, dass wir im September losfahren, und sind einfach losgefahren. Wir haben uns gesagt: Was kann im schlimmsten Fall passieren? Im schlimmsten Fall kommt man zurück und geht wieder in einen Job.
Wie ging es dir denn mit der Kündigung? Das ist ja für viele so ein riesengroßer Schritt: Man geht jeden Tag zu einer Arbeit, die einen nicht erfüllt, hat aber trotzdem irgendwie innerlich eine Blockade, wirklich zu kündigen.
Das war schon schwer, weil ich ja auch feste Kunden hatte, die mich immer sehr geschätzt haben und die alle traurig waren. Aber ich habe gesagt, es geht nicht mehr so weiter. Man baut ja auch eine Bindung auf, bei 20 Jahren. Und irgendwann habe ich gesagt: Jetzt ist Schluss, so geht es nicht mehr weiter.
Bereut ihr das jemals, dass ihr gekündigt habt und auf Reisen gegangen seid, oder sagt ihr bis heute, das war die beste Entscheidung, die ihr treffen konntet?
Keine Sekunde. Wir hätten es schon vor 20 Jahren machen sollen.
Wir sind selbst noch nicht in eurem Alter, aber wir sagen uns auch oft: Mein Gott, das hätten wir schon zehn Jahre früher machen müssen, eigentlich direkt nach der Schule. Aber es ist eben so, wie ihr es auch gesagt habt: Man steckt in diesem System drin, macht jede Woche, jeden Tag das Gleiche, alle um einen herum leben genau dasselbe Leben, und man fährt sich irgendwie fest. Egal wie beschissen es ist, sagt man sich: Komm, vielleicht nächstes Jahr, oder noch ein bisschen länger. Und dabei vergeht in diesem Prozess so wahnsinnig viel Zeit, dass man danach immer denkt: Hätte ich das doch schon zehn Jahre früher gemacht.
Bei dir, Mirco, war es also dieser klare Cut mit der Kündigung. Peggy, wie war das bei dir mit der Arbeit?
Ich hatte schon ein Jahr, bevor wir losgefahren sind, einen Remote-Job angenommen und habe den erstmal weitergeführt, dabei aber nach und nach die Stunden reduziert. Mittlerweile habe ich so weit reduziert, dass ich jetzt zum September kündige und aus dieser Bubble ganz raus bin, sodass wir dann beide reisen und freelancen.
Der nächste Plan ist, das Haus komplett zu verkaufen. Wir haben uns diesen Plan B lange im Hinterkopf behalten, aber nach dem ersten halben Jahr Reisen, als wir im März zu Hause waren, haben wir gesagt: Es bringt nichts mehr, wir verkaufen auch das Haus und leben komplett als digitale Nomaden, weil das für uns einfach die beste Entscheidung ist.
War das schon von Anfang an euer Ziel, oder seid ihr erstmal losgefahren und habt geschaut, was auf euch zukommt?
Wir haben erstmal gesagt, wir nehmen uns ein Jahr Zeit für uns und gehen auf Reisen, und danach entscheiden wir. Aber eigentlich war schon nach drei Monaten klar, dass wir nie wieder zurückwollen.
Nie mehr zurück.
Genau, richtig.
Und das war ja dann auch der ausschlaggebende Punkt, dass ihr gesagt habt: Okay, wir wollen reisen, wir wollen unabhängig arbeiten, wir wollen nicht die ganze Zeit vom Ersparten leben, sondern unseren Geldpolster aufbessern, damit monatlich Geld reinkommt und man entspannter reisen kann. War das der Grund, warum ihr zur Nie Mehr Zurück Akademie gekommen seid?
Wir haben am Strand in Griechenland andere Vanlifer getroffen und uns lange mit ihnen unterhalten. Für uns war da erstmal die Frage: Ist das nicht wieder so ein Schneeballsystem oder eine dieser Verkaufsnummern? Die beiden haben gesagt, dass sie am Anfang genau das Gleiche gedacht hatten, es aber nicht so ist, und wir sollten es uns einfach mal anschauen. Über ihre Empfehlung kam dann auch das Erstgespräch mit euch zustande, allerdings erstmal noch mit Vorbehalt, weil es auf dem Markt eben auch viele schwarze Schafe gibt, die einem nur etwas verkaufen wollen.
Aber in dem Erstgespräch hat sich dann einfach alles stimmig angefühlt. Dazu kommt auch noch diese Nähe zur Heimat, ihr seid ja vom Ganzen her ziemlich nah dran an uns. Die Sympathie hat gestimmt, das Konzept hat gestimmt, das hat uns einfach überzeugt. Und dann haben wir den Schritt gewagt, immer noch mit einem kleinen Gedanken im Hinterkopf: Hoffentlich wird das was.
Dieses Sicherheitsdenken hat man ja immer, das geht einfach nicht weg.
Richtig. Hattet ihr euch denn schon vorher mit dem Thema Freelancing beschäftigt? War das schon ein Begriff für euch, oder kanntet ihr eher nur klassisches Network-Marketing oder Trading-Content?
Wir hatten schon ein paar Anhaltspunkte. Mein Chef war Freelancer und hatte zusätzlich noch Angestellte, von daher kannten wir das Prinzip ein bisschen. Aber unser größter Gedanke war immer: Wir können uns nicht verkaufen.
Das stimmt, das war ja auch ein großer Punkt im Erstgespräch, dass gerade das souveräne Führen von Erstgesprächen für euch besonders interessant sein würde, weil ihr in Anführungszeichen schlecht verkaufen könnt beziehungsweise da erstmal Schwierigkeiten habt. War das eure größte Angst oder euer größter Zweifel, bevor ihr in der Akademie gestartet seid, dass ihr euch dachtet: Wenn wir uns nicht verkaufen können, werden wir vielleicht gar keine Kunden bekommen, oder wir werden es zumindest schwer haben?
Genau, ich habe immer gedacht: Oh, der erste Kunde, wie macht man das, kann ich mich überhaupt verkaufen? Aber das war am Ende gar nicht so schwer.
Was bei euch auch super interessant war: Weil Mirco ja auch arbeitslos war, seid ihr gemeinsam das Thema Gründungszuschuss angegangen. Magst du dazu kurz etwas erzählen, für alle, die das noch nicht kennen und gar nicht wissen, dass man aus der Arbeitslosigkeit sogar noch einen Bonus vom Staat bekommen kann?
Man muss mindestens drei Monate arbeitslos sein, dann kann man den Gründungszuschuss beantragen. Das ist praktisch eine Hilfestellung vom Arbeitsamt für den Schritt in die Selbstständigkeit. Man bekommt sechs Monate lang eine Unterstützung, und danach muss man natürlich auf eigenen Beinen stehen. Aber das ist wirklich eine coole Sache.
Bei uns war das nur möglich, weil wir kurz noch mal einen Zwischenstopp in Deutschland gemacht haben. Man muss ja direkt persönlich beim Amt vorstellig werden, sonst funktioniert das nicht.
Richtig. Und wie viel bekommst du da monatlich zusätzlich?
Das sind 300 Euro zusätzlich zum Arbeitslosengeld, und zwar praktisch ein halbes Jahr lang. Danach muss man auf eigenen Füßen stehen, oder man kann noch mal um ein halbes Jahr verlängern. Dann bekommt man noch mal die 300 Euro, aber ohne das Arbeitslosengeld.
Das ist trotzdem geil, umso besser. Das ist gerade für Leute, die zum Beispiel arbeitslos sind und vielleicht zum ersten Mal im Leben die Zeit haben, um festzustellen, dass sie eigentlich gar nicht mehr im klassischen Neun-bis-fünf-Angestelltenverhältnis sein wollen, sondern sich etwas Eigenes aufbauen möchten, aber trotzdem Angst haben, dass es vom Geld her nicht reicht. Die Arbeitslosigkeit ist da teilweise die ideale Startvoraussetzung, weil man sehr viel Zeit hat, um sich um die Selbstständigkeit zu kümmern, gleichzeitig noch diesen Bonus mitnehmen kann und auch im Kopf freier ist. Viele, die angestellt sind, hängen gedanklich immer noch mit einem Bein in dieser Anstellung fest, und das macht es im Kopf schwieriger. In der Arbeitslosigkeit kann es eigentlich nur besser werden, schlimmer geht es ja kaum. Man kann mit der Selbstständigkeit eigentlich nur dazugewinnen.
Mirco hat im September gekündigt und dann direkt selbstständig gemacht, also ganz ohne Unterstützung vom Arbeitsamt. Für uns war das erst klar, als wir wieder in Deutschland waren, weil man ja auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss und all diese Bedingungen erfüllen muss, damit es überhaupt funktioniert.
Die Beraterin vom Amt war richtig beeindruckt, als Mirco erzählt hat, dass er die Akademie gemacht hat. Sie meinte erst: Ach, das haben Sie alles selbst finanziert? Und dann kam er mit dem fertigen Businessplan um die Ecke, und das wurde einfach durchgewunken, weil die Vorbereitung durch den Kurs einfach da war, inklusive all dem, was man mit KI machen kann und wie man sich damit helfen lassen kann. Die Frau vom Amt sagte, sie hätte noch nie einen so gut vorbereiteten Menschen vor sich gehabt, die meisten säßen nur da wie ein Häufchen Elend und wüssten gar nicht, was sie machen sollen.
Genau das sagen wir in der Akademie auch immer: Je vorbereiteter und professioneller wir auftreten, je länger wir also vorher die Axt schärfen, bevor wir einmal zuschlagen, desto anderes Standing haben wir, als wenn wir aufs Amt gehen und sagen: Ja, ich habe mir das schon überlegt, weiß aber noch nicht so richtig, wie ich das mache. Deswegen hat es uns richtig gefreut, dass die Bewilligung für den Gründungszuschuss durchgekommen ist. Ihr wart damit auch die ersten Teilnehmer bei uns in der Akademie, die den Gründungszuschuss mit unserer Hilfe beantragt haben, weil die meisten Teilnehmer vorher entweder fest angestellt oder schon abgemeldet auf Reisen waren. Dass es bei euch gleich so gut geklappt hat, hat uns riesig gefreut und zeigt, dass es funktioniert. Man kann sich da auch eine gewisse Leistung vom Staat zurückholen, nachdem man ja all die Jahre eingezahlt hat. Wenn man die Möglichkeit hat, den Gründungszuschuss zu beantragen und 300 Euro im Monat extra zu bekommen, warum sollte man das nicht mitnehmen?
Wie war das bei euch von Anfang an: Wusstet ihr sofort, dass ihr das Ganze als Paar gemeinsam macht, wenn ihr zur Nie Mehr Zurück Akademie geht, oder wollte einer von euch beiden das mehr als der andere?
Nein, wir haben von Anfang an gesagt, wir machen das als Paar, wir ziehen das gemeinsam durch, weil wir ja auch zusammen frei sein wollen.
Würdet ihr sagen, es ist grundsätzlich gut, wenn man das als Paar gemeinsam macht?
Ich würde sagen, man muss es wollen und man muss es auch können. Wir sind durch das Reisen schon nonstop 24 Stunden zusammen, und wir sind seit über 20 Jahren verheiratet. Für manche Paare stelle ich mir das schwierig vor, aber weil wir schon so eingespielt sind, war es für uns einfach unser Weg. Es gibt aber auch andere Sachen, die dadurch schwieriger werden. Bei uns war es zum Beispiel so: In den 20 Jahren, in denen Mirco bei UPS war, habe ich alles gemanagt, den ganzen Behördenkram und so weiter, weil ich gesagt habe, er ist ja von acht bis acht unterwegs und muss sich abends nicht auch noch darum kümmern. Ich habe den ganzen Alltag geschmissen und musste während der Akademiezeit und auch danach erst lernen, ihn das auch selbst machen zu lassen.
Das ist ja auch ein großer Faktor. Ich fand es bei euch von Anfang an klasse, dass ihr gemeinsam als Paar gestartet seid und beide dasselbe Ziel hattet, weil wir es oft anders erleben: Gerade bei Paaren hat oft der eine dieses Ziel, sagt zum Beispiel, ich möchte auf Reisen gehen oder auswandern, und der andere Partner sagt, nein, das will ich gar nicht, ich will lieber zu Hause bleiben.
Dann hat man, ohne es bewusst wahrzunehmen, immer eine Bremse drin, eine gewisse Spannung, weil man nicht am selben Strang zieht. Baust du jetzt deine Selbstständigkeit weiter aus, gehst du auf Reisen, aber dein Partner bleibt zu Hause? Das erzeugt immer eine gewisse Spannung, und das ist ja das Schöne bei euch, dass ihr am selben Strang gezogen habt und gesagt habt: Wenn wir das machen, dann machen wir das zusammen, wir haben beide dasselbe Ziel, also los geht's.
Würdet ihr sagen, es ist schwierig, sich gleichzeitig als Partner und in gewisser Weise auch als Geschäftspartner zu sehen?
Wir hängen ja sowieso den ganzen Tag zusammen, also ob wir zusammenarbeiten oder zusammenleben, das vermischt sich ohnehin ein bisschen, weil man sich die Arbeit einfach frei einteilt. Man muss nicht morgens um acht vorm Computer sitzen bis um eins, sondern kann sagen: Ich arbeite morgens zwei Stunden, nachmittags noch mal zwei Stunden, und wenn es draußen regnet, mache ich abends noch eine Stunde dran. Scheint die Sonne, arbeitet man an dem Tag eben etwas weniger.
Wie sieht denn bei euch ein typischer ortsunabhängiger Freelancer-Tag aus? Wie startet und plant ihr euren Tag? Viele Zuhörer können sich das ja noch gar nicht so richtig vorstellen.
Wir sind durch unsere zwei Hunde ein bisschen strukturiert. Morgens nach dem Aufstehen sind erstmal die Hunde dran, dann frühstücken wir gemütlich, und danach schauen wir, was für Anfragen reingekommen sind, ob sich jemand für eine Dienstleistung interessiert oder Kunden sich gemeldet haben. Dann arbeiten wir, je nachdem wie wir den Tag planen wollen, ein bis zwei Stunden. Danach suchen wir uns meistens ein neues Plätzchen oder bleiben am Platz, gehen wandern oder schauen uns etwas an. Abends setzen wir uns dann noch mal für ein, zwei Stunden hin und erledigen Dinge.
Das ist also der grobe Fahrplan. Man kann sich den Tag zum ersten Mal wirklich so einteilen, wie man selbst möchte. Egal ob ich morgens erstmal eine ausgiebige Runde mit den Hunden spazieren gehe, zum Sport gehe oder erstmal in Ruhe einen Kaffee trinke, es klingelt einfach kein Wecker mehr. Allein das ist schon ein wahnsinniger Luxus. Wir denken oft daran, wenn wir uns heute mal für eine Unternehmung einen Wecker stellen müssen, wie oft wir uns früher jeden Tag einen Wecker gestellt haben. Man gewöhnt sich so schnell an die neuen Umstände, dass man gar nicht mehr hinterfragt, dass man sich morgens keinen Wecker mehr stellt. Man nimmt es einfach als das Normalste der Welt hin, als wäre es schon immer so gewesen, dabei war es vorher überhaupt nicht so. Aber das ist eben auch die Transformation, die man durchmacht, wenn man sagt: Ich gehe auf Reisen, ich arbeite ortsunabhängig. Man muss sich ja auch komplett neu strukturieren und eine neue Tagesstruktur finden, weil viele Leute denken, man liegt einfach nur am Strand und das Geld kommt irgendwie von selbst rein. Aber so ist es ja nicht, ihr müsst für euer Geld schon arbeiten, weil passiv funktioniert es am Ende doch nicht, oder?
Nein, genau. Und was auch anders ist: Wir haben nicht mehr dieses Gefühl, uns bis zum Wochenende hinhangeln zu müssen. Ich habe zum Beispiel einer Kundin sonntagabends um zehn Uhr eine Mail mit ihren SEO-Daten geschrieben, einfach weil ich da Lust drauf hatte und wir Zeit hatten. Diese ein oder zwei freien Tage in der Woche, auf die man die ganze Woche hinfiebert, haben nicht mehr diesen immensen Wert, sondern es fühlt sich eigentlich jeden Tag frei an, und ich arbeite dann, wenn es für mich gerade passt.
In Woche vier geht es bei uns ja immer um die Dienstleistungsfindung. Wie war diese Woche für euch? Ich weiß noch genau, dass das bei euch ein bisschen speziell beziehungsweise auch etwas schwierig war. Wie seid ihr da vorgegangen, und was waren eure Struggles? Habt ihr dieselbe Dienstleistung gewählt, oder für welche Dienstleistungen habt ihr euch entschieden?
Bei mir war es relativ einfach: Da ich ja schon unsere ganzen YouTube-Videos schneide, habe ich mir schnell die Dienstleistung Videoschnitt ausgesucht, weil ich es schon konnte und es mir auch Spaß macht.
Bei Peggy war es etwas schwieriger.
Ja, ich bin so eine eierlegende Wollmilchsau, ich habe so viele Interessen und hätte so viele Dinge anbieten können, dass ich total überfordert war. Man soll sich ja wirklich spezialisieren und eine Nische finden, und das war für mich eine echte Herausforderung, weil ich zwischen verschiedenen Sachen hin- und hergerissen war. Ich habe mich dann sogar noch einmal mitten im Kurs umentschieden und umgestellt. Ich habe am Anfang schon gemerkt, dass das, was ich die letzten Jahre gemacht habe, zwar schön ist, aber nicht unbedingt das, was ich selbst machen möchte. Mir hat da das Designtechnische gefehlt, das Social-Media-Thema mit dazu, und deswegen habe ich das dann umstrukturiert. Es war immer ein Auf und Ab, und es war wirklich schwierig für mich, die richtige Dienstleistung zu finden.
Das ist ja auch ein Prozess, und das ist letztendlich das Schöne am Freelancing: Man muss nicht sagen, ich bin jetzt für die nächsten zehn Jahre auf eine Sache festgelegt, sondern es ist meine eigene Selbstständigkeit, und ich kann mir die Dienstleistung so aussuchen, wie sie zu mir passt. Wir sagen ja auch immer gerne: Ob dir etwas wirklich Freude bereitet und ob du es wirklich langfristig machen willst, merkst du erst im Tun. Ich weiß noch, bei dir war es dieser Fall zwischen Projektmanagement und Webdesign, wo du gesagt hast: Mit Webdesign kann man vielleicht gar kein Geld verdienen, dann mache ich lieber das, was ich sowieso schon kann. Aber genau das, was du die letzten Jahre gemacht hast, wolltest du eigentlich gar nicht mehr machen. Am Ende hast du dich dann fürs Herz entschieden, für das, wo du sagst, da gehe ich eigentlich drin auf, das will ich machen.
Wie war das dann bei euch mit dem Thema Kunden finden? Wer von euch hat als erstes einen Kunden gefunden, und wie war das Gefühl, das erste Mal eine Rückmeldung zu bekommen?
Ich habe, glaube ich, in Woche fünf durch Zufall mit meiner Hundetrainerin gesprochen, und zack, war der erste Auftrag da. Ich habe einfach erzählt, dass ich mich jetzt selbstständig mache und Webdesign und Logos anbiete, und sie meinte: Oh, das ist ja klasse, ich suche gerade jemanden, der mir ein Logo erstellt.
Damit hattest du also gar nicht gerechnet.
Überhaupt nicht, ich hätte nie gedacht, dass das passiert. Bei manchen Dienstleistungen dachte ich immer: Braucht das überhaupt jemand, kann das nicht sowieso jeder anbieten? Aber das stimmt eben nicht, das kann nicht jeder. Wir haben dann ein schönes Logo erstellt, und es gab viele Learnings auf beiden Seiten. Ich finde, man wächst mit jedem Kunden, und wie ihr es zwischendurch auch immer gesagt habt: Die Dienstleistung verändert sich je nach Anfrage vom Kunden. Ich hatte mittlerweile auch noch eine andere Kundin für eine Website-Optimierung, das war vorher gar nicht geplant. Es hat hervorragend geklappt, sie hatte durch eine SEO- und Geo-Optimierung so viel mehr Zugriffe auf ihre Website und so viel mehr Buchungen. Und durch meine Hundetrainerin ist daraus dann ein SEO-Paket entstanden, sodass ich mittlerweile einen monatlichen SEO- und Geo-Retainer anbiete. Das hätte ich am Anfang nie gedacht.
Man startet also in einen Prozess rein und entwickelt sich später in eine ganz andere Dienstleistung, weil man einfach Gefallen daran findet. Am Anfang kann man ja noch gar nicht wissen, was einem wirklich gefällt oder in welcher Dienstleistung man arbeiten möchte. Du hast ja auch gerade gesagt, dass Kunden dich fragen: Peggy, könntest du dir das auch vorstellen, da hätte ich auch Bedarf. Und dann ist es deine Entscheidung, ob du sagst, klar, schaue ich mir an, oder eben, das habe ich noch nicht gemacht, das möchte ich in dem Bereich auch gar nicht anbieten, such dir dafür lieber einen anderen Freelancer. Das ist diese enorme Lernkurve.
Wie war für dich das Gefühl, als du das erste Mal eine Rechnung ausstellen konntest und gemerkt hast, da kommt jetzt Geld rein?
Wir haben gleich ein Foto von der ersten Rechnung gemacht, die wir verschickt haben, damit wir das immer in Erinnerung behalten, und auch vom ersten PayPal-Eingang. Das eine ist ja, die Rechnung zu schreiben, das andere ist, sie auch bezahlt zu bekommen.
Genau, das war noch mal so ein kleiner Meilenstein und ein wirklich cooles Gefühl, vor allem weil es einfach total Spaß gemacht hat, das Logo zu erstellen, und dann auch noch dafür bezahlt zu werden. Man merkt einfach, wie froh die Kunden sind, dass man es für sie macht, nicht nur meine erste Kundin, sondern generell. Das ist eine ganz andere Art von Wertschätzung und Anerkennung. Und was bei uns ja immer das Problem war, dieses Verkaufen: Ich musste mich am Ende gar nicht verkaufen, sondern musste den Kunden einfach nur den Mehrwert meiner Dienstleistung mitteilen, und dann haben sie gesagt, cool, machen wir. Das ist eine komplett andere Art der Zusammenarbeit, auf Augenhöhe, man wird dafür wertgeschätzt und bringt gleichzeitig Mehrwert ein, man sieht seinen eigenen Fortschritt. Das waren ja auch Punkte, die uns in der Festanstellung immer genervt haben: Man geht zur Arbeit und weiß gar nicht richtig, was man macht oder für wen, weil man keinen Mehrwert sieht.
Wie war das bei dir, Mirco? Wann hast du deinen ersten Kunden bekommen, wie war bei dir der Prozess, und wie war für dich die erste Rechnungsstellung?
Ich glaube, das war ungefähr Mitte Juni, als ich mit meinem ersten Kunden telefoniert habe. Ich war ziemlich aufgeregt.
Wie war das erste Gespräch, weil du ja auch gesagt hast, verkaufen und Erstgespräche, oh mein Gott?
Wir waren vom ersten Moment an auf einer Wellenlänge, das war ein richtig gutes Gespräch, ungelogen haben wir 45 Minuten telefoniert. Der Kunde sagte mir dann, das war an einem Mittwoch, dass er am Wochenende zu einem Event geht, das er komplett filmen will, und daraus hätte er gerne ein schönes Video gemacht. Wir haben uns das dann so abgesprochen, und Sonntagabend kam eine E-Mail mit 18 Gigabyte Videomaterial.
Am Mittwoch habe ich ihm dann das fertige Video präsentiert und alles abgeschickt. Ich war so aufgeregt, weil man ja nie weiß, wie der Kunde reagiert. Er hat mir dann geschrieben: Super, wunderbar, ich hätte es nicht besser machen können. Er war total begeistert, und da fällt einem natürlich ein riesiger Stein vom Herzen, weil man sich vorher immer fragt, ob man es richtig gemacht hat. Man hat ja immer noch diese Zweifel.
Richtig, diese Erwartungshaltung: Ist es jetzt gut genug für den Kunden, oder springt er wieder ab? Gerade am Anfang hat man noch nicht dieses Selbstbewusstsein, ganz genau zu wissen, ich kann das, und so läuft die Zusammenarbeit ab. Das finde ich nach wie vor stark, das habe ich auch Sophie schon oft gesagt: Das ist wirklich ein Paradebeispiel, denn es fragen uns immer wieder Leute aus dem Handwerk, die sagen, ich bin Schreiner oder Dachdecker, ich kann doch nur auf dem Bau etwas, für mich funktioniert Freelancing nicht, weil ich am Laptop ja nichts kann. Bei dir war es ja genauso: Du bist nicht als Freelancer auf die Welt gekommen, du warst bei UPS, hast dann angefangen, für unseren Reise-Account Videos zu schneiden, aber noch nie in deinem Leben für einen Kunden richtig professionell Videos bearbeitet, und trotzdem hast du es hinbekommen. Würdest du sagen, dass jeder Mensch in der Lage ist, sich eine Dienstleistung anzueignen und sie Kunden anzubieten, oder gibt es auch Leute, bei denen das einfach nicht funktioniert?
Eine gewisse Grundkenntnis am Computer sollte schon vorhanden sein, aber im Prinzip kann sich eigentlich jeder alles aneignen. Es ist einfach Lernen, Lernen, Lernen. Und das gehört als Freelancer sowieso dazu, man lernt eigentlich rund um die Uhr.
Man hat als Freelancer also nicht nur diese fachliche Lernkurve, sondern es heißt ja auch nicht ohne Grund, dass Selbstständigkeit oder Unternehmertum die höchste Form der Persönlichkeitsentwicklung ist. Man stößt in der Selbstständigkeit immer wieder an Grenzen, an denen man merkt: Warum denke ich eigentlich so? Da denke ich zum Beispiel an dich, Peggy, mit deiner Kundin, wo du erst Angst hattest, wegen eines Pakets nachzufragen. Erzähl noch mal, wie das genau war, weil ich glaube, man kann sich daraus viel mitnehmen und merkt, dass es oft einfach an der eigenen Denkweise liegt.
Durch die Website-Optimierungen, die ich mittlerweile mache, habe ich mir gedacht, ich schreibe einfach mal meine ersten Kunden an und frage, ob sie auch eine Optimierung wollen, also SEO und Geo, damit sie für die Suchmaschinen besser sichtbar werden. Ich habe das rausgeschickt und war total unsicher, was eigentlich total unnötig war, denn es kam sofort die Rückmeldung: Ja, bitte, mach das. Die Kunden hatten eigentlich nur darauf gewartet, dass ich das anbiete, und waren total glücklich, endlich gefunden zu werden. Man bekommt einfach diese Wertschätzung zurück und merkt es auch: Vieles von dem, was ich mache, ist technisch und man sieht es nicht direkt, es ist ja nicht mehr das klassische Webdesign, wo ich am Anfang dachte, ich möchte Webseiten erstellen und das Design machen, sondern es geht eher um Wartung und den ganzen technischen Hintergrund, den man gar nicht sieht. Trotzdem bekommt man diese Wertschätzung, weil die Kunden ein Ergebnis sehen, zwar nicht an der Webseite selbst, aber an den Zugriffszahlen und den Buchungen. Das ist das Schöne daran, dass man ein Ergebnis hat, das die Kunden total begeistert. Ich hätte also überhaupt keine Angst haben müssen, das anzubieten, aber als dann die Sprachnachricht kam, bin ich wirklich eine Stunde lang drumherum gehopst und habe überlegt, ob ich sie überhaupt anhöre, weil ich dachte, vielleicht zeigt sie mir jetzt einen Vogel.
Es ist schon krass, wie viel Angst man vor Ablehnung oder einem Nein hat und sich teilweise gar nicht traut nachzufragen, obwohl der Interessent oder Kunde eigentlich nur darauf wartet und sagt: Ja, das Angebot reiße ich dir aus den Händen, das brauche ich unbedingt. Und das ist wirklich das Schöne daran: Damit hast du im Kopf eine neue Verknüpfung geschaffen und weißt jetzt ganz genau, dass du auch den nächsten Kunden, für den du zum Beispiel eine Website optimierst, einfach fragen kannst, ob er nicht ein Retainer-Paket möchte, weil du gelernt hast, dass das gar nicht schlecht ankommt. Im Gegenteil, die Kunden freuen sich sogar und warten teilweise sogar darauf.
Wie koordiniert ihr euch aktuell als Paar? Läuft eure Selbstständigkeit wirklich getrennt, sodass Mirco nur Videoschnitt macht und du deine Kunden im Bereich SEO und Geo betreust, oder gibt es organisatorisch auch Überschneidungen?
Bei Social Media ist es zum Beispiel oft so, dass ich, wenn ich eine Ausschreibung sehe, gleich einen Satz mit dazuschreibe, dass ich auch einen Cutter an der Hand habe. Und wenn bei Mirco etwas mit Verwaltung oder Social-Media-Management ausgeschrieben ist, lässt er in seiner Bewerbung mit einfließen, dass er da auch jemanden an der Hand hat, sodass man Pakete zusammen anbieten kann. Das ist so die Überschneidung, ansonsten macht jeder von uns jetzt sein eigenes Ding. Am Anfang war das allerdings noch nicht so.
Am Anfang war es noch so, dass ich viel bei der ganzen Verwaltung für Mirco mitgeholfen habe, also das, was man so im Hintergrund macht, das Tracking, Notion und so weiter. Das konnte ich mittlerweile abgeben.
Dadurch hattest du, Mirco, ja auch eine extreme Lernkurve, und es ist als Freelancer schon wichtig, selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln. Was würdet ihr sagen, wenn ihr auf die letzten Monate in der Akademie zurückblickt: Worauf seid ihr am meisten stolz?
Dass wir es geschafft haben. Dass wir den Weg einfach gegangen sind und uns nicht von Ängsten oder äußeren Meinungen haben leiten lassen, sondern gesagt haben, wir machen das jetzt. Was kann schon passieren? Wenn man auf die Nase fällt, steht man eben wieder auf, es geht immer irgendwie weiter. Das war unser großes Learning.
Habt ihr denn Gegenwind bekommen, als ihr gesagt habt, wir wollen als Freelancer arbeiten, oder gab es nur Zuspruch?
Wir haben es gar nicht so öffentlich gemacht, sondern alles eher nebenbei laufen lassen. Erst nach und nach ist es bekannt geworden, und dann kamen auch Fragen wie: Verdient man damit überhaupt was? Uns war schon vorher klar, dass Leute, die nicht selbst reisen, oft nicht verstehen, dass man ortsunabhängig arbeiten kann. Deswegen haben wir es größtenteils für uns behalten, nur unser enger Kreis wusste davon. Da war die Meinung auch gemischt, so nach dem Motto: Hoffentlich wird das was.
So ist es ja meistens. Die häufigsten Fragen drehen sich ja auch immer um Themen wie Rente, Krankenversicherung und dieses ganze Sicherheitsdenken.
Genau, da fragen wir uns natürlich auch, ob wir noch Rente bekommen. Aber man muss sich eben selbst darum kümmern, und wenn man das tut, funktioniert es auch. Es gibt immer einen Plan B, wenn Plan A nicht funktioniert, das muss man beim Vanlife sowieso immer haben, Plan B, C, D, E, F. Man ist eigentlich dauerhaft am Probleme lösen, steht ständig vor irgendwelchen Herausforderungen und muss überlegen, wie man das jetzt hinkriegt. Und das Coole ist, dass man das beim Reisen schon lernt, mit Herausforderungen ganz anders umzugehen, und das lässt sich genauso in die Selbstständigkeit übertragen. Denn wie Tobi immer so schön sagt: Es geht nicht nur bergauf, es geht auch mal geradeaus und auch mal wieder bergab, und dann geht es immer wieder darum, lösungsorientiert zu bleiben und den nächsten Schritt zu gehen.
Wie ist das bei euch aktuell geplant? Wie sieht eure nächste Reise aus, und was sind eure nächsten Ziele, sowohl auf Reisen als auch in der Selbstständigkeit?
Das Erste ist erstmal, das Haus zu verkaufen, das ist jetzt der nächste große Schritt. Danach wollen wir uns die Welt angucken, weiter im Camper reisen, und sobald das Haus verkauft ist, wollen wir uns auch aus Deutschland abmelden, weil es in Europa mit einer europäischen Krankenversicherung und Anmeldung einfacher ist, als in Deutschland gemeldet zu bleiben, wo man ohnehin nicht mehr ist. Wir waren jetzt im März drei Wochen dort und sind im Oktober noch mal drei, vier Wochen da, und dann geht es für uns wieder Richtung Süden zum Überwintern, wir überwintern dann wieder in Griechenland.
Was ist euer nächstes Ziel in der Selbstständigkeit als Freelancer?
Auf jeden Fall noch mehr Kunden finden, wobei wir gemerkt haben, dass es gar nicht viele Kunden sein müssen, sondern eher diese Wiederkehrer, also Retainer-Kunden. Ich möchte außerdem wieder mehr in Richtung Social Media und Automatisierungen gehen und mich da weiterbilden, denn wie ihr schon gesagt habt: Man muss nicht stehen bleiben, sondern kann sich immer wieder neu erfinden. Gerade im Bereich Bau und Handwerk wird im Bereich Automatisierung ordentlich was gebraucht, das werden wir wahrscheinlich zusammen als gemeinsames Projekt angehen.
Heißt das, ihr habt auch das Ziel, künftig als Paar eine Art kombinierte Dienstleistung anzubieten, zum Beispiel Videoschnitt und Automatisierung zusammen mit SEO- und Geo-Optimierung?
Genau, eher in Richtung Telefonautomatisierung und Büroautomatisierung. Das wollen wir gemeinsam machen, und jeder behält trotzdem noch sein eigenes Feld, ich den Videoschnitt, Peggy die Websites. So ist der Plan.
Das ist richtig schön, weil man dadurch immer diese Verbindung hat und trotzdem noch seine eigenen Kunden und seine eigene Arbeit behält. Ihr habt ein gemeinsames Ziel, an dem ihr arbeitet, und das ist schön, so eine gemeinsame Vision zu haben, gerade weil ihr ja rund um die Uhr unter einem Camperdach steckt. Umso schöner ist es, wenn man am selben Strang zieht und gemeinsam eine Vision und Mission pflegt und auf einen bestimmten Dienstleistungspfad hinsteuert.
Was würdet ihr jemandem sagen, der genau an dem Punkt steht, an dem ihr damals wart, bevor ihr zur Akademie gekommen seid, jemand der denkt: Online arbeiten klingt schön und gut, aber ist das nicht doch ein Schneeballsystem, oder Freunde sagen, selbstständig sein sei zu riskant?
Einfach machen. Es kann nur besser werden, schlimmer geht es ja nicht.
Genau, einfach ausprobieren und den mutigen Schritt gehen, einfach loslegen. Man kann ja eigentlich nichts verlieren, es kann nur besser werden. Ich glaube, der Hauptgrund, warum viele es nicht tun, ist, dass sie einfach nicht den Mut haben, etwas zu verändern. Nach dem Motto: Ich arbeite jetzt schon 20 Jahre bei UPS, bis zur Rente sind es nur noch 15 Jahre, dann halte ich die eben auch noch durch. Das machen die meisten.
Aber das sind ja 15 Lebensjahre.
Genau, das sind 15 Lebensjahre. Der erste Schritt ist, diese innere Angst zu überwinden und zu sagen: Ich mache das jetzt. Denn wenn ich nichts verändere oder es nicht probiere, verändert sich in meinem Leben auch nichts. Ohne Veränderung geht es einfach nicht, man muss den Mut haben und sich verändern, sonst funktioniert das nicht. Und man muss lernbereit sein, weil es ein stetiges Lernen ist. Ich habe ja auch nicht angefangen mit dem Gedanken, ich mache jetzt SEO- und Geo-Optimierung. Ich habe früher im Projektmanagement für Webseiten gearbeitet und wenn man mich vor einem Jahr nach SEO gefragt hätte, hätte ich gesagt, nein, das ist nichts für mich. Jetzt mache ich SEO- und Geo-Optimierung selbst und weiß, wie viel Arbeit und wie viel Lernen dahintersteckt, aber auch, wie es funktioniert. Das habe ich mir einfach selbst beigebracht. Das ist ein stetiges Lernen, und ich glaube, das ist das Wichtigste, was man mitbringen muss: den Mut und die Lernbereitschaft, sich immer weiterzubilden, egal wohin man will oder was man machen möchte. Wenn ich in zwei Jahren etwas anderes toll finde, dann bilde ich mich eben in die Richtung weiter. Und das hat gar nichts mit Zertifikaten zu tun, das werde ich auch oft gefragt: Aber wenn du das anbietest, brauchst du nicht ein Zertifikat oder eine IHK-Prüfung? Nein, ich will ja kein Arzt werden. Das verstehe ich bei Berufen wie Arzt, aber man kann sich heute so vieles selbst beibringen und darin wirklich zum Profi werden, ganz ohne Zertifikate, die einem am Ende sowieso nichts bringen. Kein Kunde möchte ein Zertifikat sehen, die wollen nur Ergebnisse.
Das finde ich wirklich beeindruckend, weil wir euch ja auch am Anfang kennengelernt haben und ihr jetzt, nach der Akademie, eine komplett andere Denkweise habt. Am Anfang habt ihr noch gefragt, ob ihr das überhaupt anbieten könnt, weil ihr es ja nicht gelernt habt, ob man da nicht ein Zertifikat braucht, und jetzt sagt ihr, kein Kunde interessiert sich für Zertifikate, man kann sich alles selbst beibringen und die Dienstleistung jederzeit wechseln. Wir betrachten das als Mentoren noch mal aus einer anderen Perspektive, und es ist wirklich schön zu sehen, wie sich bei euch die Denkweise komplett gewandelt hat und ihr dadurch ein unabhängiges, freies Leben führen könnt, mit dem Camper unterwegs seid und einfach sagen könnt: Jetzt geht es nach Norwegen, oder zurück nach Griechenland, weil es dort wärmer ist. Ihr habt diese Freiheit, dieses freie Leben.
Genau, Norwegen haben wir uns vor ein paar Wochen angeschaut, da waren wir neuneinhalb Wochen.
Überleg dir das mal, neuneinhalb Wochen. Wie viele Jahre müsstest du in einer normalen Anstellung arbeiten, um überhaupt so viel Urlaub für Norwegen anzusparen?
Und im Winter waren wir jetzt 100 Tage in Griechenland. Das hätte man in einer Festanstellung nie machen können, das geht einfach nicht. Was wir auch gemerkt haben: Viele denken, dafür sind sie schon zu alt. Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten, und am Anfang denkt man vielleicht, so etwas macht man mit Mitte zwanzig, wenn man noch die Technikaffinität hat und mit Computern groß geworden ist. Wir sind ja noch in einer Zeit groß geworden, in der es noch gar kein Handy gab. Aber warum sollte man nicht auch ab 40 noch mal etwas Neues anfangen? Mirco ist letztes Jahr 50 geworden und hat sich noch mal komplett neu erfunden. Das ist also nicht altersabhängig, am Ende ist es nur die Schranke im Kopf. Man muss einfach nur bereit sein, lernbereit sein und bereit, etwas zu verändern, dann ist es egal, wie alt man ist. Hauptsache, man bleibt neugierig und ein bisschen wissbegierig und sagt sich: Ich probiere das einfach mal aus, ich weiß noch gar nicht, was auf mich zukommt, aber ich gehe einfach unvorbereitet in diese Dienstleistung rein und schaue, ob das zu mir passt. Diese Lernbereitschaft, das ist das Schöne daran.
Ich glaube sogar, dass man dadurch viel langsamer altert, weil man das Gehirn ein Leben lang viel mehr einsetzt. Wenn ich an meine älteren Kollegen im Büro denke, die 30 Jahre lang nichts anderes gemacht haben als diese monotone Arbeit, stumpft man im Kopf auch einfach ab.
Und ihr macht euch auch körperlich nicht mehr kaputt. Ihr könnt euer Leben so gestalten, wie ihr möchtet, und wenn ihr jeden Morgen bis neun Uhr ausschlafen wollt, könnt ihr das tun. Dieses ständige neue Länder anschauen und dort bleiben, wo es einem gefällt, so lange man möchte, das macht auch etwas mit der Gesundheit und mit einem als Mensch, und das ist wirklich schön daran.
Das heißt, ihr haltet euch nicht nur im Kopf fit, sondern auch körperlich, weil ihr euer Leben so gestalten könnt, wie ihr es wollt?
Genau, Mirco hatte durch UPS in den letzten zwei Jahren ja auch immer wieder Probleme mit Schulter und Rücken, das ist jetzt vorbei, und das lässt sich beim Reisen gut verbinden. Was wir im Kurs auch richtig gut fanden, war diese klare Anleitung. Für uns als etwas älteres Semester war es einfach mega, diese zwölf Wochen mit fester Struktur zu haben. Man wusste immer, was man wann tun sollte, und das hat uns auch bei den Kunden geholfen, weil man wusste, wann man was sagen und welche Fragen man stellen sollte, um das Bestmögliche für die Kunden herauszuholen. Dadurch kam auch dieses Umdenken: Wir müssen uns nicht verkaufen, sondern wir haben einfach ein starkes Angebot für den Kunden, bei dem er sagt, das brauche ich, das ist total cool, damit will ich sofort mit dir zusammenarbeiten. Das hat unheimlich geholfen. Man arbeitet zwölf Wochen lang nach einem Leitfaden, lernt und entwickelt sich, und wenn man dann losgeht, kommt nicht dieser Absturz, bei dem man denkt, ich habe jetzt niemanden, wie mache ich das überhaupt, sondern man hat schon alle Bausteine zusammen, weiß, was zu tun ist, und legt einfach los.
Genau, und muss dann nur noch machen, fertig. Das ist unser Ziel: dieser konkrete Fahrplan.
Was würdet ihr zur Betreuung innerhalb der Akademie sagen?
Die war super, weil wir euch ständig mit Fragen löchern konnten.
Das ist doch kein Löchern.
Na ja, aber wir konnten wirklich jederzeit Fragen stellen, das war echt super. Gerade als es dann mit den Kunden losging und ich aufgeregt war, weil ich zum Beispiel ein Video verschicken musste, wart ihr immer dabei und habt mitgefiebert, das ist bis heute so. Wir sind jetzt schon ein paar Monate mit dem Kurs durch, und trotzdem gibt es noch eine Nachbetreuung, wenn man Fragen hat oder irgendetwas ist. Man ist nicht allein gelassen und sitzt auch nicht nur vor Videos. Wir machen zwar auch ein paar Kurse mit vorproduzierten Inhalten, wo man sich Videos anschaut und viel lernt, das hilft auf jeden Fall für einzelne Skills, aber es hilft nicht dabei, den Weg zu finden, das Mindset umzustellen und diese Entwicklung durchzumachen. Dafür ist wirklich diese Eins-zu-eins-Betreuung entscheidend, das ist das Schöne daran. Dieser Call am Sonntag hat Struktur reingebracht, dazu die Aufgaben zwischendurch, und man konnte sich immer austauschen, auch jetzt im Nachhinein noch mit anderen Teilnehmern. Das bringt wirklich sehr viel Mehrwert.
Das ist letztendlich auch unser großes Ziel, warum wir damals gesagt haben, wir gründen die Akademie: Wir wollten kein reiner Selbstlernkurs sein, sondern Menschen wie euch wirklich in die Umsetzung bringen und dieses Leben ermöglichen, weil es für jeden möglich ist, der es führen will.
Und zum Abschluss noch: Man muss kein Profi sein, egal in welchem Bereich, das habe ich jetzt auch gelernt. Das war unser großes Learning. Wenn ich zum Beispiel ein Video schneiden muss und weiß, wie es aussehen soll, bringe ich mir das einfach selbst bei, ich lerne das. Ich könnte auch 100 Stunden Videomaterial anschauen und trotzdem am Ende nicht genau wissen, wie es funktioniert. Man lernt es erst richtig, wenn man die konkrete Aufgabe vor sich hat, sie umsetzen muss und eine Lösung finden muss. Erst dann bin ich auch bereit zu fragen, wie funktioniert das eigentlich, wie machen das andere? Und heute, 2026, ist das Wissen überall verfügbar, es gibt niemanden, der vor einem Problem steht, das nicht schon einmal jemand anders vorher hatte. Ich kann recherchieren und schauen, wie andere das gelöst haben. Für jedes Problem findet man eine Lösung.
Für jedes, genau das ist es.
Vielen, vielen Dank euch beiden. Es hat uns wahnsinnig gefreut, dass ihr euch die Zeit genommen habt, und es ist umso schöner, dass ihr euren Weg gefunden habt, dass ihr nach der Akademie weiterreisen könnt und euer Leben so gestalten könnt, wie ihr es euch vorstellt, ohne dass ihr euch kaum noch seht, weil jeder in seiner Anstellung ist, sondern dass ihr jetzt einfach ein geiles Leben mit euren Hunden habt. Was will man mehr, genau dafür sind wir letztendlich auf der Welt.
Vielen Dank, uns hat es auch total gefreut, und ebenfalls vielen Dank an euch beide, denn der Weg und der Punkt, an dem wir jetzt stehen, wäre sonst so nicht möglich gewesen.
Danke, danke schön.